Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wiedergefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
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Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.
(Brecht um 1954)
Autor Archive für Dita van Lese
vergnügen
Zeus und das Schaf
Das Schaf musste von allen Tieren vieles leiden. Da trat es vor den Zeus und bat, sein Elend zu mindern.
Zeus schien willig und sprach zu dem Schafe: “Ich sehe wohl, mein frommes Geschöpf, ich habe dich allzu wehrlos erschaffen. Nun wähle, wie ich diesem Fehler am besten abhelfen soll. Soll ich deinen Mund mit schrecklichen Zähnen und deine Füße mit Krallen rüsten?”
“O nein,” sagte das Schaf, “ich will nichts mit den reißenden Tieren gemein haben.”
“Oder,” fuhr Zeus fort, “soll ich Gift in deinen Speichel legen?”
“Ach!” versetzte das Schaf, “die giftigen Schlangen werden ja so sehr gehasst.”
“Nun was soll ich denn? Ich will Hörner auf deine Stirne pflanzen, und Stärke deinem Nacken geben.”
“Auch nicht, gütiger Vater, ich könnte leicht so stößig werden als der Bock.”
“Und gleichwohl,” sprach Zeus, “musst du selbst schaden können, wenn sich andere, dir zu schaden, hüten sollen.”
“Müsst ich das!” seufzte das Schaf. “O so lass mich, gütiger Vater, wie ich bin. Denn das Vermögen, schaden zu können, erweckt, fürchte ich, die Lust, schaden zu wollen; und es ist besser
Unrecht leiden als Unrecht tun.”
Zeus segnete das fromme Schaf, und es vergaß von Stund an zu klagen.
G.E. Lessing 1759
Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
H.Hesse
Doch aus der Sicht des eigenen Inneren verhält es sich ganz anders. Da sind wir nicht auf unsere Gegenwart beschränkt, sondern weit in die Vergangenheit hinein asugebreitet. Das kommt durch unsere Gefühle, namentlich die tiefen, also diejenigen, die darüber bestimmen wer wir sind und wie es ist, wir zu sein. Denn diese Gefühle kennen keine Zeit, sie kennen sie nicht, und sie anerkennen sie nicht.
Pascal Mercier “Nachtzug nach Lissabon”
Literatur, eine dem Denken vermählte Kunst und eine Verwirklichung ohne den Makel der Wirklichkeit, scheint mit das Ziel, dem alles menschliche Bestreben gelten sollte…
Ich glaube eine Sache in Worte fassen heisst ihr die Kraft bewahren und den Schrecken nehmen
Fernando Pessoa
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