Archiv für 2. April 2008

02
Apr
08

fänger im roggen

Aber jedenfalls stelle ich mir immer kleine Kinder vor, die in einem großen Roggenfeld ein Spiel machen. Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe – kein Erwachsener, meine ich – außer mir. Und ich würde am Rand vor einem Abgrund stehen. Ich müßte alle fangen, die über den Rand hinauslaufen wollen – ich meine, wenn sie nicht achtgeben, wohin sie rennen, müßte ich vorspringen und sie festhalten. Das wäre alles, was ich den ganzen Tag lang tun würde. Ich wäre einfach so ein Wächter im Roggen. Ich weiß schon, daß das verrückt ist, aber das ist das einzige, was ich wirklich gern wäre.

- J. D. Salinger aus „Der Fänger im Roggen“

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entscheidungen

Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung richtig ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung. Wie ein Schauspieler der auf die Bühne kommt, ohne vorher je geprobt zu haben. Was aber kann das Leben wert sein, wenn die erste Probe für das Leben schon das Leben selber ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben immer einer Skizze. Auch Skizze ist nicht das richtige Wort, weil Skizze immer ein Entwurf zu etwas ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unseres Lebens eine Skizze von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild.

- Milan Kundera aus „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“




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