Archiv für Februar 2008

21
Feb
08

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

H.Hesse

20
Feb
08

Vergangenheit der Gefühle

Doch aus der Sicht des eigenen Inneren verhält es sich ganz anders. Da sind wir nicht auf unsere Gegenwart beschränkt, sondern weit in die Vergangenheit hinein asugebreitet. Das kommt durch unsere Gefühle, namentlich die tiefen, also diejenigen, die darüber bestimmen wer wir sind und wie es ist, wir zu sein. Denn diese Gefühle kennen keine Zeit, sie kennen sie nicht, und sie anerkennen sie nicht.

Pascal Mercier „Nachtzug nach Lissabon“

20
Feb
08

Die Felder sind grüner in der Beschreibung als in ihrem Grün

Literatur, eine dem Denken vermählte Kunst und eine Verwirklichung ohne den Makel der Wirklichkeit, scheint mit das Ziel, dem alles menschliche Bestreben gelten sollte…

Ich glaube eine Sache in Worte fassen heisst ihr die Kraft bewahren und den Schrecken nehmen

Fernando Pessoa

20
Feb
08

hoffnung

balloongirl_alwayshope.jpg

- BANKSY

11
Feb
08

stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

- Hermann Hesse

10
Feb
08

die Narren des Königs

- André Heller

10
Feb
08

Einsamkeit

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen…

- Rainer Maria Rilke

08
Feb
08

Der Schüler

Als Narziß starb, da verwandelte sich der Weiher seiner Lust aus einer Schale voll süßen Wassers in eine Schale voll salziger Tränen, und die Oreaden eilten weinend herbei durch den Wald, um dem Weiher zu singen und Trost zu geben. Und als sie sahen, daß der Weiher aus einer Schale voll süßen Wassers sich in eine Schale voll salzige Tränen verwandelt hatte, da lösten sie die grünen Flechten ihres Haares und riefen dem Weiher zu und sprachen: „Kein Wunder, daß du auf solche Art um Narziß trauerst – er war so schön.“ „War Narziß denn schön?“ fragte der Weiher.

„Wer wüßte es besser als du?“ antworteten die Oreaden. „An uns ging er immer wortlos vorüber, dich aber suchte er auf und lag an deinen Ufern und sah hinab auf dich, und im Spiegel deiner Wasser spiegelte er seine eigene Schönheit.“ Und der Weiher entgegnete: „Ich aber liebte Narziß, weil ich, wie er an meinen Ufern lag und auf mich niederblickte, im Spiegel seiner Augen stets meine eigene Schönheit gespiegelt schaute.“

08
Feb
08

Egoismus

Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern dass man andere nach seinen Wünschen leben lassen will.

08
Feb
08

Musik

Die Musik schafft uns eine Vergangenheit, von der wir nichts wussten.




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